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Lernen durch Nachahmung

Unsere Kinder eignen sich ihre Fähigkeiten durch Nachahmung unseres Tuns an, das ist bereits allseits bekannt. Es ist halt aber auch so, dass sich die Nachahmung nicht nur auf motorische Fertigkeiten bezieht, sondern dass auch das Verhalten des Kindes selbst viel damit zu tun hat, was es denn so vorgelebt bekommt. 

 

Wie oft hört man denn "Wie sagt man da?" oder "Bitte / Danke heißt das." oder "Jetzt entschuldigst du dich aber!" ... und so weiter und so fort...

 

Bevor ich selbst Mama wurde und mich auf eine ganz andere Art und Weise mit der kindlichen Entwicklung und dem kindlichen Sein selbst auseinander gesetzt habe, habe ich mir über solche Floskeln recht wenig Gedanken gemacht.  Dann aber bin ich auf einige sehr interessante und inspirierende Bücher und Blogs gestoßen, die mich in diese Richtung des bindungs- und bedürfnisorientierten Miteinanders gelenkt haben. (Einige Links dazu findet ihr am Ende des Artikels.)

 

Wir als Eltern sind es in deren Verantwortung es liegt das "Richtige" zu tun. Ich kann von meinem Kind nicht verlangen starre, auswendig gelernte Sätze von sich zu geben und erwarten, dass es den Sinn dahinter zu 100% erfassen kann, wenn ich selbst - als Erwachsener - dem zu wider handle bzw. nicht das "Richtige" vorlebe. Nur weil der Großteil unserer Generation es "antrainiert" bekommen hat für jeden Schmarrn ein - meist - unehrliches "Danke" rauszulassen, heißt es nicht, dass wir es bei unseren Kindern gleich machen müssen. 

 

Nein - ganz im Gegenteil: Wir haben die Möglichkeit unseren Kindern die Chance zu geben EHRLICHE Gefühle entwickeln zu können und diese auch ausleben zu dürfen! Wenn man zu Hause einen wertschätzenden Umgang miteinander pflegt, so wird auch das Kind diesen für sich als "normal" annehmen. Werden zu Hause ein "Bitte/Danke" oder ein "Das tut mir leid" authentisch ausgesprochen und hat das Kind die Möglichkeit dies auch als wirklich echt zu empfinden, braucht es keine Anweisungen seitens der Eltern. Das Kind lernt wie bereits erwähnt durch Nachahmung.

 

Und wenn es dann zu Situationen kommt, in denen man vielleicht die ein oder andere Floskel anwenden würde... Wie um alles in der Welt kommen wir denn dazu uns das Recht heraus zu nehmen über die Gefühle unserer Kinder zu urteilen? Wie oft verlangen Erwachsene von Kindern sich zu entschuldigen? Reue oder Empathie können Kinder erst in etwa mit vier Jahren empfinden, zuordnen und verstehen. Was also ist der Nutzen, dem Kind von klein auf Worte in den Mund zu legen, die genau nur das bleiben - leere Worte ohne einem wahren Mitgefühl dahinter?
Und wenn es nun eine Situation (zB im Spiel mit anderen Kindern) ist, in der sie ob ihres Wesens "zu" stürmisch sind und damit ein anderes Kind überrumpeln- warum um alles in der Welt sollten sich Kinder  da für ihren Enthusiasmus entschuldigen?
Ich gebe zu - ich selbst habe mich lange Zeit aufgrund der beschuldigenden (oder vorwurfsvollen) Blicke anderer Mütter  entschuldigt.

Mittlerweile aber frage ich mich: "Warum eigentlich? Weil mein Fräulein Sonnenschein ist, wie sie ist?" 
Ja, sie ist so wie sie ist - und darf und soll es auch sein! Wild, stürmisch und wunderbar ©

 

Dieser Artikel sollte nur einen kleinen Denkanstoß bieten und daran erinnern, dass wir jeden Tag aufs Neue gefordert sind so zu handeln, wie wir es uns oftmals von unseren Kindern wünschen.

 

Wie handhabt ihr das so? Seht ihr es ähnlich wie ich? Oder ganz anders?

Ich bin gespannt auf eure Antworten in den Kommentaren.

 

 

 

Stay authentic ;)

 

Eure Betti

 

 

 

Und hier noch die Links zu den Blogs, die meine Sichtweise wohl am meisten verändert haben...

http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/

https://geborgen-wachsen.de/