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Typisch, oder? Nicht.

Vor einigen Wochen wurde in einer deutschen Grundschule den Kindern eine Hausarbeit der - sagen wir - besonderen Art aufgegeben. Die Aktion #MUTICH von Simone  möchte zum Hinsehen bewegen und Eltern dazu aufrufen ihren Kindern - egal ob Mädchen oder Junge - auf deren Weg mitzugeben, dass MUT FÜR ALLE da ist!

So sieht also der Ethikunterricht in der 4. Klasse einer deutschen Grundschule aus.. Hier wird Stück für Stück der Grundstein gelegt für jede einzelne bekannte Schublade in die wir Frau*Mann so stecken. Anstatt sich damit auseinanderzusetzen warum eigentlich solche "Rollenvorstellungen" existieren, werden diese halt einfach mal munter an die Heranwachsenden weitergegeben. Nicht nur das, nein - die Kinder werden zusätzlich angewiesen eine Bewertung abzugeben. Dies widerspricht zur Gänze meiner persönlichen Auffassung von Ethik.

Was sind Stereotypen und was haben sie mit Schubladendenken zu tun?

 

Der Begriff des Stereotyps stammt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa so viel wie „starres Muster“. Jeder Mensch kategorisiert seine Umwelt, um die Aufnahme und Verarbeitung der auf ihn einwirkenden Reize zu erleichtern. Komplexe Informationen werden durch Stereotype reduziert und bestimmte Merkmale generalisiert. Stereotype sind feste Vorstellungen von Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe zugeschrieben werden. Sie werden alltagssprachlich als "Meinung" beschrieben. Werden diese Meinungen nicht hinterfragt und gegebenenfalls geändert, sondern starr weitergetragen und übernommen, so kommt es zu Vorurteilen. Diese aber sind im Gegensatz zu Stereotypen von Emotionen begleitet und haben eine wertende Komponente. Beim Vorurteil werden Stereotype bzw. Eigenschaftszuweisungen mit (Be-)wertungen verknüpft, die das Wahrnehmen, Verhalten und die Interpretation steuern. Dadurch entstehen dann diese Schubladen, in die wir andere stecken. 

 

Hört doch einmal auf damit!

 

"Indianer kennen keinen Schmerz"

"Mädchen machen sich nicht schmutzig"

"Aber der Junge kann doch nicht so lange Haare tragen"

 

Wer von euch kennt´s? Na, und woher kommt´s?

Wie bereits eingangs erwähnt, sind all diese bescheuerten Aussagen darauf zurück zu führen, dass scheinbar nicht oder zu wenig hinterfragt wird. Es wird nicht überlegt, was die Worte bewirken könnten - es wird einfach mal irgendwas rausgehauen. Schlimm genug, wenn das Kinder in den eigenen Kreisen zu hören bekommen. Noch schlimmer allerdings, wenn man als öffentliche Institution solch ein Klischeedenken auch noch aktiv unterstützt.

 

Wenn Jungs nicht mit Puppen spielen dürfen, weil sie dann Gefahr laufen homosexuell zu werden - ja dürfen dann auch Väter sich ja nicht um  ihre Kinder kümmern oder wie?

Wenn Mädchen nur ja nicht Fußball spielen sollten - hui, na dann frag ich mich welche Nationalmann*schaft so manch eine Nation dann anfeuern sollte....

Mädchen sollten also keine kurzen Haare tragen oder mit Autos spielen - aber bitte unbedingt hilfsbereit sein. Sind ja Jungs angeblich nicht...

 

Und das für mich mit Schlimmste - ein weiteres Kind (wie in Simones Artikel ersichtlich) bekam Punkteabzug bei dieser Hausarbeit, weil es die Meinung vertreten hat, dass "mutig" sowohl zu Jungs, als auch zu Mädchen passt!!!!! Ja geht´s denn noch????

 

Nach Bekanntwerden dieser Unterrichtsunterlagen frage ich mich wirklich, ob man im Bereich der Genderdiskussionen eigentlich irgendwann einmal zu einem wirklich befriedigenden Ergebnis kommen wird - denn wenn Heranwachsenden noch SO ETWAS vermittelt wird, dann liegt noch ein laaaaaaanger Weg vor uns...

 

 

 

#SEINLASSEN #EINZIGARTIGVIELFÄLTIG

Kinder kommen zu uns auf die Welt und sind einzigartig und zugleich eine Welle an Vielfalt. Sie müssen nicht zu irgendwas gemacht werden, um in irgendwelche Schubladenvorstellungen zu passen. Ob mutig, lang-/kurzhaarig, rosa/blau.....

 

Sie sollen sein dürfen!

So wie sie sind - denn ganz genau so sind sie jedes für sich genau richtig.

 

Also, raus aus den Schubladen und rein in die Vielfalt!

Eure Betti