· 

Achtsamkeit im Alltag - das Kleine im Großen sehen

In jeder noch so banalen und alltäglichen Situation kommunizieren wir. Sei es bewusst oder unbewusst. Sei es durch Worte, durch Gesten, durch Blicke. Die Art und Weise aber wie und vor allem auch was wir kommunizieren, wirkt sich auf unsere Beziehung zu unserem jeweiligen Gegenüber aus. So natürlich auch bereits bei unseren Kindern. Bei ihnen aber kommt noch hinzu, dass das WIE und WAS sich auf die Entwicklung ihres Selbstbildes – ja und auch ihres Selbstwertgefühls – auswirkt.

 

Wer kennt das nicht - den „eigenen Kritiker“ in sich selbst? Woher dieser kommt? Der ist entstanden durch die Sicht anderer auf uns, die Aussagen und den Umgang anderer uns gegenüber als wir selbst noch Kinder waren. Wir haben uns all das bereits so verinnerlicht, dass wir uns selbst damit oft im Weg stehen. Und auch einer durchwegs harmonischen Beziehung zu unseren Kindern. Durch das, was uns geprägt hat, haben wir gewisse Vorstellungen entwickelt „wie etwas zu sein hat“ – und diese alten Muster in uns selbst zu durchbrechen, ist jeden Tag aufs Neue harte Arbeit. Aber: Sie ist es absolut wert!

 

Wir alle wissen, wenn wir in einem ausgeglichenen Zustand sind, sind wir (also unsere Nerven) belastbarer. Da fällt so vieles leichter und Situationen bringen uns zum Lachen, die aber wenn wir in einer anderen Grundstimmung wären – zum Beispiel im Vorweihnachtsstress – eskalieren könnten. Ihr seht schon, wie eine Situation sich entwickelt, liegt voll und ganz in UNSERER Hand.

 

Ich habe mit Fräulein Sonnenschein selbst erleben dürfen, wie ein und die selbe Ausgangssituation sich in je eine andere Richtung entwickelt hat. Beide Male war es das Abholen bei der Oma nach einem langen Tag auf der FH.
Beim einen Mal war ich direkt an der Tür noch SO VOLL im Kopf mit Dingen, die noch für den nächsten Tag anstanden, dass ich gedankentechnisch bereits einige Stunden weiter war. Ich konnte die Erlebnisse des Tages, von denen mir mein kleines, wunderbares Mädchen erzählen wollte, gar nicht richtig aufnehmen und das spürte sie – und es frustrierte sie (zu Recht). Das äußerte sich natürlich in ihrem Verhalten, was mir wiederum natürlich Frust bereitete. Das Ende der Geschichte war, dass wir uns gegenseitig so hochgeschaukelt hatten, dass das „zu-Bett-gehen“ ewig lange dauerte und somit meine gesamte Planung des Abends im Eimer war…
Selbe Ausgangssituation, zwei Tage später: Ich hatte mir bewusst noch einen leckeren Kaffee und eine kleine Runde mit der Fellnase allein gegönnt, um den Kopf von allem frei zu bekommen, um Fräulein Sonnenschein mit den vollen 100%, die ihr zustehen, begegnen zu können beim Abholen. Und siehe da: Trotz gleich langer Abwesenheit bei beiden Malen, trotz vielen Aufgaben meinerseits und vielen Erlebnissen ihrerseits, es wurde ein wunderbar harmonischer Abend. Und warum? Weil ich mir Zeit genommen hatte. Zeit, sie zu hören. Ihr Geschildertes zu fühlen und zu verstehen. SIE zu sehen.

 

Wie bereits erwähnt, sind es unsere Erziehungsmuster, die uns beschränken. Es ist nicht das Kind, das sich falsch verhält! Es ist unsere Sicht auf die Welt und uns und unser Kind in ihr, die entscheidend dafür sind, wie wir miteinander in Verbindung kommen (können). Natürlich ist es normal, dass man manchmal in unserer heutigen schnelllebigen Zeit zu sehr unter Druck steht, in Stress gerät und die ein oder andere kleine Unachtsamkeit daraus resultiert – DAS IST OK!!! Niemand ist perfekt.
Aber zu wissen, dass man einen Weg wählen kann, sich immer wieder neu seiner selbst bewusst zu werden, sich immer wieder aufs Neue mit sich selbst und auch seinen Kindern verbinden zu können, ist schon ein wichtiger Schritt in eine gute Richtung.

 

Wenn ihr euch näher mit dem Thema befassen wollt, Valentin Lienhard schrieb hierzu 2007 einen wunderbaren Artikel in „Mit Kindern wachsen“. 

Welche Übungen für mehr Achtsamkeit habt ihr für euch entdeckt? Was erdet euch und schenkt euch innere Ruhe? Ich bin gespannt auf eure Antworten!

 

Bleibt achtsam,
eure Betti

Ziel der Übungen ist es sich selbst Zeit und Raum zu geben sein Inneres zu beleuchten, das eigene Befinden zu erfragen und sich selbst zu innerer Ruhe zu verhelfen.